Das "W" im Namen von WIPIG steht für Wissenschaft und hat eine zentrale Bedeutung für das Institut. Schwerpunkte unserer Arbeit sind die Erforschung und Entwicklung neuer Präventionsideen, einschließlich der Projekterstellung und der Umsetzung in die Praxis. In unseren aktuellen wissenschaftlichen Projekten werden die Leistungen von Apotheken auf dem Gebiet der Prävention evaluiert.
Herzensangelegenheit 50+
Die Aktion "Herzensangelegenheit 50+" wird in Kooperation mit dem Institut für Fettstoffwechsel und Hämorheologie Windach, der Apotheke des Universitätsklinikums Erlangen, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und 13 Apotheken in Nordostbayern durchgeführt. Dabei werden kardiovaskuläre Risikofaktoren bei 50- bis 70-Jährigen erfasst und es wird geprüft, ob deren Ausprägung durch die individuelle Präventionsbegleitung von Apotheker/innen vermindert werden kann. Aus den Ergebnissen sollen dann Konzepte erarbeitet werden, die jeder Apotheke eine sinnvolle Präventionsbegleitung und damit die Unterstützung ärztlicher präventiver Maßnahmen und Empfehlungen ermöglichen können. Gefördert wird dieses Projekt von der Dr. August und Dr. Anni Lesmüller Stiftung.
Bestands- und Bedarfsanalyse der Präventionsaktivitäten von Apotheken
Ein weiteres Projekt ist die Bestands- und Bedarfsanalyse der Präventionsaktivitäten von Apotheken. Aus der Zusammenführung der beiden Ergebnisse wird ein Pilotprojekt ausgewählt, welches für alle Apotheken umsetzbar ist und auf großen Bedarf in der Bevölkerung stößt. In einem zweiten Schritt wird das Pilotprojekt so ausgearbeitet, dass eine für alle Apotheken durchführbare Gesundheitsinitiative entsteht. Dieses wissenschaftliche Projekt wird in Kooperation mit der Apotheke des Universitätsklinikums Erlangen durchgeführt und vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit im Rahmen der Initiative Gesund.Leben.Bayern. gefördert.
Die Erhebung ist inzwischen abgeschlossen. Sobald die Ergebnisse in einem wissenschaftlichen Journal veröffentlicht sind, werden wir Sie an dieser Stelle darüber informieren.
Diabetesprävention
Im Rahmen der Bestands- und Bedarfsanalyse der Präventionsaktivitäten von Apotheken wurde Diabetes als eine der Erkrankungen identifiziert, zu der sich die Bevölkerung mehr Präventionsangebote durch Apotheken wünscht und auch aufgrund der Prävalenz ein großer Bedarf besteht. Auf diesem Gebiet sind bereits viele Apotheken aktiv, so dass ein hohes Potenzial besteht, diesen Service auszubauen und zu untersuchen, welche Präventionsansätze erfolgreich flächendeckend etablierbar sind. Mit dieser Thematik befasst sich unsere dritte wissenschaftliche Arbeit, welche in Kooperation mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg durchgeführt wird.
Kooperationen
Gemäß dem Netzwerk-Gedanken arbeitet WIPIG auch im Bereich der Wissenschaft gerne mit anderen Institutionen zusammen und ist für Anregungen offen.
Es bestehen bereits folgende Kooperationen zur Ausschreibung von Masterarbeiten zum Thema Prävention und Gesundheitsförderung:
Masterstudiengang Consumer Health Care
Charité-Universitätsmedizin Berlin
Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften (IMG)
Universität Bayreuth
Die erste Masterarbeit, die das IMG im Studiengang Gesundheitsökonomie angeregt hat, trägt den Titel "Projekte zur Prävention & Gesundheitsförderung: Erfolgsfaktoren und Barrieren für das Setting Apotheke". Um die Erfahrungen und Anregungen von Apothekern zu diesem Thema zu erfassen, luden WIPIG und IMG am 23. November 2011 zu einem sogenannten "World Café" ein. Dabei handelt es sich um eine Workshop-Methode, welche in entspannter Caféhaus-Atmosphäre den aktiven Austausch der Teilnehmer fördert. Das Besondere: Man findet sich an Tischen mit Papiertischdecken zusammen, diskutiert in moderierter Runde zu einem Thema und kritzelt alle Ideen, Gedanken und Möglichkeiten nieder. Ein wertvoller Gedankenaustausch ganz ohne Leistungsdruck. Aus Erfahrungen und Wissen werden so in Gruppen neue Perspektiven entwickelt. Die Ergebnisse können Sie in unten stehendem DAZ-Artikel nachlesen.
Zum Download finden Sie zudem Poster und Vorträge über "Herzensangelegenheit 50+" und die "Bestands- und Bedarfsanalyse der Präventionsaktivitäten von Apotheken" sowie die wissenschaftlichen Poster des 1. WIPIG-DAZ-Präventionskongresses.