Sucht

Beim Thema Sucht geraten wir sehr schnell an unsere Grenzen. An die eigenen, aber auch an die der anderen. Suchtprävention ist wichtig und zugleich eine große Herausforderung für alle, die sich daran beteiligen.

Arzneimittelmissbrauch
Neben den Dauerbrennern Alkohol und Rauchen sind Apotheker vor allem bei der Medikamentenabhängigkeit ein wichtiger Ansprechpartner. Allein in Deutschland gibt es derzeit circa 1,5 Millionen Erwachsene, die arzneimittelabhängig sind. Die Dunkelziffer wird aber weitaus höher geschätzt, da viele ihre stille Sucht nicht als solche empfinden, nicht ernst nehmen oder gar vertuschen.
Dabei sind mehr Menschen von Medikamenten abhängig als von Alkohol!
Rund 5 Prozent aller häufig verordneten Arzneimittel bergen ein Suchtpotential und benötigen deshalb verstärkt die Beratung durch den Apotheker.

Auch seitens der Bundesregierung kam es Anfang des Jahres 2012 zu einem Umdenken in der Drogenpolitik. Mit der Einführung der „Nationalen Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik“ setzte die damalige Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Frau Mechthild Dyckmans, verstärkt auf den Präventionsgedanken. Ziel ist es, dass eine Abhängigkeit erst gar nicht entsteht und somit kostenintensive Therapien zur Entwöhnung wegfallen.

Das WIPIG hat deshalb zu diesem wichtigen Thema einen Laienvortrag entwickelt, den Sie für Veranstaltungen Ihrer Apotheke oder im Rahmen von Aktionen zur betrieblichen Gesundheitsförderung verwenden können, um für dieses Thema zu sensibilisieren. Der Vortrag zeigt nicht nur Gefahren, sondern auch Präventionsmaßnahmen auf. Sie finden ihn unter www.wipig.de > Materialien > Projekte > Arzneimittel, Nutzen und Risiken

Alkohol und Drogen
Immer mehr ältere Menschen sind abhängig von Medikamenten und Alkohol. Fast jeder fünfte Erwachsene hat einen erhöhten Alkoholkonsum.
In einem Interview zum Thema Alkoholabhängigkeit mit der Pharmazeutischen Zeitung erklärte die Apothekerin und Sprecherin des WIPIG, Frau Cynthia Milz, welche Beratungsmöglichkeiten und Hilfsangebote in der Apotheke zur Verfügung stehen.
Zu diesem Zweck hat das WIPIG ein Informationsblatt entworfen, das Ihnen einige Ratschläge für den Umgang mit Süchtigen in der Apotheke gibt.

Apotheker aktiv in der Suchtprävention
Zahlreiche Apothekerinnen und Apotheker in ganz Deutschland engagieren sich bereits seit Jahren in Schulen und Kindergärten und nutzen das Konzept „Apotheke ist Klasse!“, um einen gesunden Lebensstil zu vermitteln.
Im Rahmen dieses Konzepts stellt das WIPIG den Vortrag „Lass das Gras auf der Wiese“ zur Verfügung, der gemeinsam mit der Bayerischen Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen und Condrobs e. V. erarbeitet wurde.
Darüber hinaus können Sie auch den Vortrag zum Thema Alkohol „Sei schlau! Nicht blau.“ aus dem Konzept „Apotheke macht Schule“ nutzen.

Um die Apotheker in ihrem Engagement zu unterstützen bietet das WIPIG zu mehreren Themen komplett ausgearbeitete Unterrichtskonzepte für Apotheker an.
Unterrichtskonzepte mit Begleitmaterialien und weiteren Informationen finden Sie unter www.wipig.de > Materialien > Projekte > Apotheke ist Klasse! und Apotheke macht Schule

In den meisten Fällen benötigen die Suchterkrankten oder auch ihre Angehörigen ausführliche, professionelle Beratung und Begleitung, die über die Möglichkeiten in der öffentlichen Apotheke nicht nur zeitlich, sondern oftmals auch inhaltlich hinausgehen. Dazu legen wir dem Apotheker als „Lotsen im Gesundheitswesen“ die interprofessionelle Zusammenarbeit ans Herz und stellen daher eine nach Postleitzahlen sortierte Liste von Suchtberatungsstellen zur Verfügung. Für erweiternde Hinweise sind wir stets dankbar!

33. Tagung des Netzwerk Sucht in Bayern
Am 1. Juni 2016 fand in München unter Beisein vieler Apotheker die 33. Tagung des Netzwerkes Sucht in Bayern statt. Die Fachtagung der Bayerischen Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen (BAS) stand unter dem Motto „Riskanter Konsum – Folgen und Ansätze zur Risikominimierung“. Berichte dieser Veranstaltung wurden in der Deutschen Apotheker Zeitung und der Pharmazeutischen Zeitung veröffentlicht. Beide Artikel finden Sie unter Downloads „Berichte zur 33. Tagung des Netzwerk Sucht in Bayern“.


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