Das digiDEM-Interview mit Apothekerin Barbara Bindrum, Hubertus Apotheke Siegsdorf zum Thema Demenz-Screening
Kurzinterview: St. Hubertus Apotheke Siegsdorf
digiDEM Bayern (Digitales Demenzregister Bayern) ist ein Forschungsprojekt des Uniklinikums Erlangen, gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention. Ziel ist es, die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren pflegenden An- und Zugehörigen nachhaltig zu verbessern. Dazu zählen unter anderem kostenfreie Demenz-Screeningtage, die digiDEM gemeinsam mit Forschungspartnern vor Ort anbietet, darunter auch Apotheken.
Barbara Bindrum, Inhaberin der St. Hubertus Apotheke in Siegsdorf, hat als digiDEM-Forschungspartnerin ihren ersten Demenz-Screening-Tag veranstaltet. Der Zuspruch war deutlich größer als erwartet. Ihre Apotheke ist eine von rund 370 bayernweit zertifizierten Apotheken im Netzwerk "Demenzfreundliche Apotheke" des Wissenschaftlichen Instituts für Prävention im Gesundheitswesen (WIPIG) und der Bayerischen Landesapothekerkammer, mit dem digiDEM Bayern seit fünf Jahren kooperiert.
Wie kam die Kooperation als Forschungspartnerin von digiDEM Bayern zustande?
Aufmerksam auf digiDEM Bayern wurde ich schon länger über WIPIG-Fortbildungen und die Lokale Allianz Demenz im Landratsamt Traunstein. Konkret wurde es nach einem Vortrag, den ich bei der Seniorenmesse in Traunstein zum Thema Demenz hielt: Der Neurologe und Projektleiter von digiDEM Bayern, Prof. Dr. Kolominsky-Rabas, saß im Publikum, sprach mich danach an und erzählte, dass er im Südosten Bayerns noch auf der Suche nach einem Forschungspartner sei. Das hat mir den Anstoß gegeben, die Online-Schulung für Screeningtage bei digiDEM Bayern zu machen, auch weil ich in Kundengesprächen immer wieder gemerkt hatte, wie sehr das Thema die Menschen beschäftigt. Als Vorbild diente mir der Screening-Tag in Traunstein, den ich in kleinerem Format nach Siegsdorf holen wollte.
Wie haben Sie persönlich den Screening-Tag wahrgenommen?
Durch und durch positiv. Die Vorbereitung durch digiDEM Bayern war ein Rundum-Sorglos-Paket: von Flyern und Pressetexten bis zur Vermittlung von der digiDEM Bayern-Projektassistenz Frau Hiederer als Unterstützung aus dem Nachbarlandkreis. Ich musste mich nur um Raum, Verteilung und Terminvergabe kümmern. Die 30-Minuten-Termine waren ruckzuck vergeben, sodass wir am Ende zu zweit insgesamt 25 Personen testen konnten. Daraus sind sehr gute, teils intensive Beratungsgespräche entstanden, nicht nur zu Demenz, sondern auch zu Prävention, Medikation und Versorgung. Für unsere Apotheke, die viel Wert auf den persönlichen Kontakt legt, war das ein ideales Feld, um genau diese Stärke zu zeigen.
Warum ist die Apotheke aus Ihrer Sicht ein guter Ort für ein Demenz-Screening?
Zum einen wegen des niederschwelligen Zugangs: Viele fragen sich einfach, ob sie schon dement sind oder ob sich bei einem Angehörigen etwas entwickelt und ob sie reagieren müssen. Zum anderen kennen wir unsere Kundinnen und Kunden oft seit Jahren, das schafft Vertrauen, auch für intimere Fragen wie beim Test selbst. Das macht es auch für Angehörige leichter, das Thema anzusprechen. Und der Screening-Tag hat gezeigt: Wir werden auch als Anlaufstelle für alle Gesundheitsfragen wahrgenommen, als Kümmerer vor Ort, die im Netzwerk der oft wenig bekannten Hilfsangebote vermitteln können.
Sie wollen den Tag wiederholen, eher öfter und halbtägig. Was nehmen Sie fürs nächste Mal mit?
Ich möchte das Screening auf jeden Fall weiter anbieten. Weil die Beratungen teils sehr intensiv waren, plane ich beim nächsten Mal entweder mehr Pausen ein oder mache nur noch halbe Tage. Auch meine Mitarbeiterinnen haben Interesse an der Schulung gezeigt. Dann können wir die Anfragen auf mehrere Schultern verteilen.
Liebe Frau Bindrum, vielen Dank für das Gespräch!
Das Interview führte Lucas Westermann.
Sie möchten auch einen digiDEM Bayern-Demenz-Screeningtag durchführen?
Unsere Präventionspartener von digiDEM beraten Sie gerne und unterstützen Sie von den ersten Planungen bis hin zur Veranstaltung selbst.
Wenden Sie sich gerne an Anfrage für einen Demenz-Screeningtag - digiDEM Bayern