Suizidprävention
Etwa 10.000 Menschen pro Jahr begehen in Deutschland Suizid. Darunter sind etwa 70 % Männer. Suizidversuche sind noch um ein Vielfaches häufiger und werden auf etwa 100 000 pro Jahr geschätzt. Ein besonderes Risiko tragen alte Menschen und Menschen mit psychischen Störungen, wie Depressionen, Abhängigkeitserkrankungen, Persönlichkeitsstörungen oder Psychosen. Experten sind sich einig, dass viele Menschen mit Suizidabsichten gerettet werden können. Dazu muss man entsprechende Warnsignale erkennen, Betroffene ansprechen und Ihnen weitergehende Hilfen anbieten.
Arzneimittel spielen bei Suiziden und Suizidversuchen oft eine Rolle. Apothekern wird großes Vertrauen entgegengebracht. Sie kennen ihre Kunden gut und verfügen über Hintergrundinformationen. Viele Suizid-Gefährdete suchen im Vorfeld eine Apotheke auf, so dass Apotheker durch den persönlichen Kontakt eine wichtige Rolle bei der Suizidprävention spielen können.
In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe "Alte Menschen" des Nationalen Suizidpräventionsprogramms (NaSPro) Deutschland, einem bundesweiten kooperativen Netzwerk mit dem besonderen Fokus auf Förderung aktiver Initiativen zur Suizidprävention in allen gesellschaftlichen Bereichen, und der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) hat die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) einen Gesprächsleitfaden zum Umgang mit suizidalen Patienten in der Apotheke erarbeitet. Der Leitfaden "Suizidale Menschen in der Apotheke – Warnzeichen erkennen und reagieren" soll Apothekenmitarbeiter für mögliche Hinweise auf suizidale Absichten ihrer Patienten sensibilisieren, Möglichkeiten der Gesprächsführung aufzeigen und Hinweise zum weiteren Umgang mit betroffenen Patienten geben. Ebenso werden Kontaktadressen und Ansprechpartner genannt (aus dem Aufruf der Bundesapothekerkammer vom 02.09.2020).
Der Gesprächsleitfaden "Suizidale Menschen in der Apotheke – Warnzeichen erkennen und reagieren" steht Ihnen im Bereich "Materialien" und unter der folgenden Internetadresse zum Download bereit: www.abda.de/fuer-apotheker/qualitaetssicherung/leitlinien/leitlinien-und-arbeitshilfen/.
Broschüren zu diesem und weiteren Themen finden Sie online unter www.suizidpraevention.de/infothek/broschueren.
Das Münchner Netzwerk Suizidprävention plant auch in diesem Jahr zum Welttag der Suizidprävention am 10. September 2026 um 13:00 Uhr eine Aktion am Marienplatz (Kerzen in der Anzahl der durch Suizid verstorbenen Münchner*innen werden aufgestellt).
Oberbürgermeister Dominik Krause übernimmt die Schirmherrschaft für diesen Tag.
Nachfolgend finden Sie ein Anschreiben des Münchner Netzwerks Suizidprävention, das neben der Durchführung der Aktion am Marienplatz an einer deutschlandweiten Medienkampagne teilnimmt, um das Thema Suizid in die Öffentlichkeit zu rücken mit der Bitte um Unterstützung.
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir wenden uns an Sie als Teilnehmer der Arbeitsgruppe regionale Netzwerke des Nationalen Suizidpräventionsprogramms für Deutschland (NaSPro). Dieses bundesweite Fachnetzwerk für Suizidprävention vereint Expert*innen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen und wird von über 90 Institutionen und Organisationen getragen.
Anlässlich des World Suicide Prevention Day am 10. September 2026 planen wir eine lokal ausgespielte bundesweite Suizidpräventionskampagne mit einer Plakatkampagne und begleitenden Kommunikationsmaßnahmen. Ziel ist es, Aufmerksamkeit zu schaffen, zur Enttabuisierung beizutragen und auf Unterstützungsangebote hinzuweisen. Vor diesem Hintergrund möchten wir Sie herzlich einladen, sich als Multiplikator an der Kampagne zu beteiligen und deren Sichtbarkeit zu unterstützen.
Städte, Kreise und Gemeinden sind die Orte, an denen Prävention unmittelbar beim Bürger ankommt. Sie gestalten den öffentlichen Raum und tragen die Verantwortung für die soziale Infrastruktur und die Gesundheitsfürsorge vor Ort.
Wir bitten Sie daher um Ihre Unterstützung: Bitte hängen Sie die Plakate rund um den Welttag der Suizidprävention am 10.09.2026 ((2 Wochen vorher bis 2 Wochen danach) bei Ihnen aus, um die Bürger*innen und Kolleg*innen auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen und sie darüber zu informieren.
Insgesamt stehen sechs Plakate für die unterschiedlichen Zielgruppen zur Auswahl, die Sie herunterladen können und vor Ort in DIN A4 oder DIN A3 ausdrucken können.
Durch den Aushang in Apotheken und weiteren öffentlichen Plätzen geben Sie dem Thema Suizidprävention die notwendige Sichtbarkeit und fördern die Enttabuisierung in der Mitte der Gesellschaft.
Mit Ihrer Unterstützung leisten Sie einen wichtigen Beitrag dazu, Suizidprävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe sichtbar zu machen und den Zugang zu Hilfsangeboten zu erleichtern. Jede Form der Mitwirkung hilft - für Ihr Engagement danken wir Ihnen bereits jetzt sehr herzlich. Gerne stehen wir Ihnen für Rückfragen oder weitere Informationen zur Verfügung.
Bitte geben Sie diese Informationen auch an interessierte Einrichtungen weiter, damit Sie die Kampagne ebenfalls unterstützen können.
Der QR-Code zum lokalen Hilfefinder ist bereits auf der Vorlage abgebildet; wenn Sie die Plakate des ersten Unter-Links wählen, können Sie sich selber als Förderer in der freien Fläche unten rechts eintragen. Die Folgelinks sind mit den Förderern der bereits veranlassten Kampagne an öffentlichen Stellen versehen. Auch diese können Sie nutzen.
Link zur Plakatkampagne: WSPD_Plakataktion_NaSPro_Version_Die_Arche_München – Google Drive
Hinweise zum Aushang der Plakate finden Sie im Anhang.
Bei Rückfragen zur Kampagne wenden Sie sich gerne an
Heidi Graf
DIE ARCHE - Suizidprävention und Hilfe in Lebenskrisen e.V.
Tel.: 089-33 40 41
Mail: h.graf@die-arche.de
Hinweise für Einrichtungen zum Aushang von Plakaten zur Suizidprävention
Kampagne zum Welttag der Suizidprävention – 10.September 2026
Vielen Dank, dass Sie Teil dieser Kampagne sind!
Mit dem Aushang und der Weiterleitung der Plakate tragen Sie dazu bei, Suizidprävention sichtbar zu machen, das Thema zu enttabuisieren und Menschen zu ermutigen, Hilfe anzunehmen.
Druck und Format: Die Plakate sind für den Selbstdruck vorgesehen. Sie können in DIN A4 oder DIN A3 ausgedruckt werden. Ein Farbdruck wird empfohlen, da die Gestaltung auf Farbwirkung ausgelegt ist. Wenn ein Farbdruck nicht möglich ist, ist ein Schwarz-Weiß-Druck ebenfalls möglich.
Beachten Sie bitte für den Aushang folgende Informationen:
Do’s:
- Aushang neben Inhalten/Plakaten mit Unterstützungs- und Hilfsangeboten
- Aushang neben neutralen Service-Informationen
- Aushang in Bereichen mit sozialer Präsenz (z.B. Flure, Wartezimmer, Eingangsbereiche)
Don’ts:
- kein Aushang neben Plakaten, die triggern könnten
- Plakate mit stark emotionalem oder belastendem Inhalt
- Plakate zu Disziplinierung, Sanktionen oder Leistungsdruck
- Plakate zu Suchtmitteln oder riskantem Verhalten
- Werbung oder Botschaften mit idealisierten Körper- oder Lebensbildern
- Ironische, zynische oder provokante Inhalte
- kein Aushang in Toiletten und Umkleiden
- kein Aushang in abgelegenen Treppenhäusern
- kein Aushang an Orten ohne Sichtkontakt oder Aufsicht (z.B. dunkle Treppenhäuser, Keller)
Hinweis zum Umgang mit Rückfragen:
Die Plakate können Gespräche oder emotionale Reaktionen auslösen. In diesen Fällen ist es ausreichend, zuzuhören und auf die auf dem Plakat genannten Hilfsangebote (z. B. Hotlines) zu verweisen.
Weitere Informationen finden Sie hier:
https://www.suizidpraevention.de/hilfe
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